KI-Zusammenfassung
Das Kompetenzprofil Geschichte beschreibt die Ziele und Inhalte des Geschichtsunterrichts an Studienkollegs. Es fördert ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein und vermittelt Sach-, Methoden-, Urteils-, narrative und Orientierungskompetenz. Zu den Inhalten gehören Epochenüberblicke, die Entwicklung demokratischer Werte, Nationalismus, internationale Konflikte und Menschenrechte.
1. Selbstverständnis des Faches und sein Beitrag zur Kompetenzförderung
Die Förderung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins ist eine zentrale Aufgabe des Geschichtsunterrichts für Studierende mit geistes- und sprachwissenschaftlichen Fächern. Der Unterricht bietet die Grundlage für eine wissenschaftspropädeutische Auseinandersetzung mit Geschichte und konstruierten Geschichtsbildern unter Berücksichtigung der Diversität der Lernbiographien. Die Studierenden vergleichen eigene und fremde Wertvorstellungen und erwerben die Fähigkeit zur Teilnahme an einer geisteswissenschaftlichen Diskurskultur. Durch die Analyse historischer Quellentexte und den Umgang mit historischen Fragestellungen erwerben sie fachspezifische Kompetenzen, die sie befähigen, Gegenwart und Zukunft verantwortungsvoll mitzugestalten.
2. Kompetenzbereiche
- Sachkompetenz: Erschließen, Strukturieren und Präsentieren historischer Sachverhalte. Räumliche und zeitliche Einordnung unter Nutzung historischer Daten und Begriffe.
- Methodenkompetenz: Analyse und Interpretation von Quellentypen und Darstellungen. Unterscheidung hinsichtlich Aussagequalität, Verfasserperspektive und Authentizität.
- Urteilskompetenz: Unterscheidung zwischen Sach- und Werturteil. Formulierung argumentativ gestützter Sachurteile und Reflexion eigener und fremder Wertmaßstäbe.
- Narrative Kompetenz: Erkenntnis von Geschichte als Konstrukt. Produktives Verfassen von Narrationen unter Berücksichtigung von Multikausalität und Multiperspektivität.
- Orientierungskompetenz: Orientierung in Geschichte und Gegenwart durch Entwicklung eigener Fragestellungen und Lösungsstrategien.
3. Kompetenzerwartung
Die Studierenden…
- verschaffen sich einen Überblick über historische Epochen, Zäsuren und Basisdaten.
- begreifen die religionsgeschichtlichen Grundlagen des europäischen Selbstverständnisses.
- erkennen in der Aufklärung und der Französischen Revolution die Grundlagen freiheitlich-demokratischer Werte.
- verstehen Nation und Nationalismus als Konstrukte des 19. Jahrhunderts.
- beschreiben Lebensbedingungen vor dem Hintergrund ökonomischer und sozialer Ungleichheit.
- befassen sich mit internationalen Konflikten (1. Hälfte 20. Jh.) und überstaatlichen Ordnungsvorstellungen.
- bewerten die Erschütterung politischer Systeme durch Faschismus/Totalitarismus.
- untersuchen die Entwicklung und Bedeutung von Menschenrechten.
4. Inhalte des Fachunterrichts
a) Basisinhalte
- Epochenüberblick von der Antike bis zur Neuzeit.
- Religionsgeschichtliche Grundlagen Europas.
- Grundlagen des freiheitlichen demokratischen Selbstverständnisses (z. B. Französische Revolution).
- Entstehung von Nation und Nationalismus.
- Historische Grundlagen ökonomischer und sozialer Ungleichheit.
- Internationale Konflikte (1. Weltkrieg bis Zwischenkriegszeit).
- Faschismus/Totalitarismus und Zweiter Weltkrieg.
- Menschenwürde und Menschenrechte – Erinnerungskultur.
b) Mögliche Ausdifferenzierungen bzw. Erweiterungen
- Detaillierte Betrachtung von Epochenumbrüchen und Vergleiche mit anderen Kulturkreisen.
- Reformation, Glaubensspaltung und konfessionelle Vielfalt.
- Industrialisierung, soziale Frage, Kolonialismus und Imperialismus.
- Weimarer Republik und die Auswirkungen des europäischen Umbruchs.
- NS-Diktatur, Holocaust und die Bedeutung der NS-Vergangenheit für die deutsche Staatsräson.